Naturreisen in der Extremadura

Mediterraner Wald und Dehesa


Nach heutiger Erkenntnis erfolgte die evolutive Entwicklung des Menschenan abgelegenen Nordhängen findet sich noch dichter, ursprünglicher mediterraner in den afrikanischen Baumsavannen südlich der Sahelzone. Offenes Grasland, mit einzelnen, locker stehenden Bäumen erfüllte offenbar gut die Bedürfnisse nach Nahrung und Schutz. Es gab genügend jagdbares Wild, Brennholz und Material zur Konstruktion von Behausungen und bis heute ernähren die Savannen Afrikas Nomadenvölker, Hirten und Kleinbauern, sind Lebensraum für die einzigartige Fauna Afrikas und berühren durch ihre landschaftliche Schönheit auch unsere Gefühlsebene.

In den Dehesas wird jeweils nur eine Baumart gefördert (links Korkeiche, rechts Auch im Westen der Iberischen Halbinsel enstanden ab dem Jahre 1000 n. Chr. Baumsavannen die noch heute über 2,5 Mio. Ha Fläche in Portugal und Spanien bedecken. Vor der Besiedlung durch die Römer war die Walddecke in den Ländern um das Mittelmeer annähernd flächendeckend. Im Westen der Iberischen Halbinsel dominierten Stein- und Korkeichenwälder.
Der geschlossene Wald war und ist für den wirtschaftenden Menschen nicht ideal. Weder Viehzucht noch Ackerbau, beides Vorraussetzung für unsere Ernährung, sind hier möglich. Der Wald allerdings schützt den Boden unter den ungünstigen mediterranen Klimabedingungen vor Erosion, die Baumwurzeln holen Mineralstoffe aus dem Boden und führen sie über die Laubstreu den oberen Bodenschichten zu, Brenn- und Bauholz sowie Kork stehen zur Verfügung und Eicheln sind eine wichtige Nahrungsergänzung für Mensch und Tier.

Der Kompromiss seit nunmehr 1000 Jahren ist die winterliche Eschendehesa vor der Sierra de Gredos © AFG"Dehesa", ein spanischer Begriff für den stark gelichteten Wald mit dem Ziel, Weideland zu schaffen ohne auf die Vorteile des Baumbestandes zu verzichten. Obwohl der Westen Spaniens immer sehr dünn besiedelt war, wurde großflächig Weideland benötigt für die enormen Merinoschafherden die hier die Winter- und Frühlingsmonate verbrachten um dann im Sommer auf die Weiden der Gebirge Zentral- und Nordspaniens zu ziehen. Dieses System der Wanderweide oder Transhumanz war bis vor wenigen Jahrzehnten gebräuchlich und prägte einen ganzen Kulturkreis. Heute sind die Nutzung von Kork und die Erzeugung hochwertigster Schinken mit Hilfe der Eichelmast sowie nach wie vor die Beweidung von wirtschaftlichem Interesse.

Das entstandene Mosaik aus vielerlei Varianten der Dehesa ist verantwortlich für die anzutreffende Vielfalt an Tierarten, die weit höher ist als im geschlossenen Wald. Auf unseren Ausflügen erleben wir alle Übergangsstadien, vom geschlossenen mediterranen Wald, der nur an wenigen unzugänglichen Stellen verblieben ist, über zahlreiche Varianten der Dehesa bis zu baumlosen, steppenähnlichen Gebieten. Zu beobachten welche Tiere und Pflanzen diese Lebensräume nutzen, zu sehen und zu erfahren wie der wirtschaftende Mensch dieses System seit fast 1000 Jahren für sich optimiert hat und die Harmonie zu spüren die hiervon ausgeht - das zu erleben ist Ziel unserer Ausflüge!

 

© PB; die immergrüne Steineiche ist die Charakterbaumart Spaniens © AFG; bei Überweidung oder nach Feuer bildet sich Buschland und lückiger Wald

 

 

 

 

 

 

© RC; Stierzucht und Schweinemast (Eicheln!) sind ein wichtiger Wirtschaftsfakto

© RC; Stierzucht und Schweinemast (Eicheln!) sind ein wichtiger Wirtschaftsfakto

 

 

 

 

 

 

 

in offenen Dehesas wird nach einigen Jahren der Brache auch Getreide gesät

 

 

 

 

 

 

 

© EM und © AFG; Kontrastierende Jahreszeiten: Frühling und Sommer; © EM und © AFG; Kontrastierende Jahreszeiten: Frühling und Sommer;