Naturreisen in der Extremadura

Naturtourimus und Naturschutz in der Extremadura


Der Schutz der Natur und ihre Nutzung sind kein Widerspruch. Gerade ein nachhaltiger Tourismus gewinnt immer mehr an Bedeutung für den Erhalt großräumiger Landschaftsgebiete. Hierzu einige Zitate von Prof. Dr. Michael Succow, Träger des Alternativen Nobelpreises, anlässlich des 16. Reisepavillon in Hannover 2006:

"Großschutzgebiete - ein Wort, das während der deutschen Wiedervereinigung seine Bedeutung erhielt. Wir suchten damals nach einem übergreifenden Begriff für die im Osten Deutschlands neu geschaffenen Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke, den aus Naturschutzsicht hochwertigsten Landschaften.

Diese Großschutzgebiete stellen das Rückgrat des Naturtourismus dar. Keine Partei, keine Landesregierung käme auf die Idee, sie wieder abzuschaffen. Im Gegenteil, immer wieder werden weitere herausragende Landschaften zu Großschutzgebieten erklärt. Sie dienen dem Erhalt, der Pflege und der Fortentwicklung des natürlichen Reichtums unseres Landes. Gleiches gilt inzwischen für viele Länder unserer Erde. Bei einer ständigen Ausdehnung der urbanen Räume und der zunehmend intensiver werdenden Landschaftsnutzung in den agrarischen Gunstgebieten stellen Großschutzgebiete immer wichtiger werdende ökologische Ausgleichsräume für den Menschen dar. Diese Landschaften halten die Balance zwischen Wahrung und Wandel, zwischen Schönheit und Nützlichkeit.

Ihr Fortbestand erfordert das Zusammenwirken vieler Partner: von Land- und Forstwirten, von Naturschützern und der Tourismusbranche, von Unternehmen, von Architekten und Denkmalpflegern. In derartigen großen Schutzgebieten finden Menschen in einer zunehmend durch Entwurzelung und Orientierungslosigkeit gekennzeichneten Welt geistig-seelisches Wohlbefinden, künstlerische Inspiration, Hoffnung, aber auch Freude und Gesundheit. Sie finden hier zu Spiritualität, zu Ehrfurcht und Demut vor der Natur, zu mehr Bescheidenheit und mehr Einfühlsamkeit. Weite, Einsamkeit, Stille, Naturerleben - wer hat nicht Sehnsucht nach Landschaften, die das bieten. Angeregt durch Film und Fernsehen und durch Reisen in die letzten Naturparadiese dieser Erde, wächst die Suche nach Wildnis, nach nicht regulierter, nicht vom Menschen gestalteter Natur – und das im Verbund mit ökologisch erzeugter Nahrung, reiner Luft, trinkbarem Wasser aus Quell und Fluss.

All das gehört zum wichtigsten touristischen Kapital eines jeden Landes. Das zu bewahren und zu erschließen sowie das Natur- und Geschichtsbewusstsein zu stärken, führt letztendlich auch zu Verantwortung für ein Erhalten und Haushalten, für ein Bewahren und Fortführen."

Der zunehmende Druck auf alle Naturlandschaften durch die moderne Landwirtschaft, die Zersiedelung und Verbauung, die Entfremdung weiter Bevölkerungskreise von den ehemals jedem Kind geläufigen Vorgängen in der Natur - all das beunruhigt auch die im Naturschutz in Spanien engagierten Personen und Organisationen.
SEO/BirdLife
SEO/BirdLife ist die vor über 50 Jahren gegründete älteste und effektivste Naturschutzorganisation auf der Iberischen Halbinsel. Roberto Cabo gehört ihr seit 1976 an und unterstützt deren Arbeit - u.a. auch durch die hier ausgesprochene Einladung, interessierten Besuchern den Naturreichtum der Extremadura auf Ausflügen und Wanderungen vorzustellen.